KONTEXTEN IN DER PRAXIS

Kontexten und Kom­plexität

Komplexe Situationen entstehen, wenn viele Faktoren gleichzeitig wirken und sich gegenseitig beeinflussen.
Sie lassen sich nicht auf einfache Ursachen oder lineare Lösungen reduzieren.

Was bedeutet Kontexten in komplexen Situationen?

Kontexten reduziert Komplexität nicht, es arbeitet mit ihr.

Zusammenhänge werden sichtbar gemacht und in Beziehung gesetzt, ohne sie zu vereinfachen oder zu trennen.

Wirkung

Kontexten ermöglicht einen angemessenen Umgang mit Komplexität und dadurch entsteht Orientierung. Auch wenn nicht alles vollständig überschaubar ist, wird Handeln möglich.

Komplexität bleibt bestehen – wird aber so geordnet, dass sie tragfähig wird. Wie beispielsweise aus einem Haufen Wolle ein Faden gesponnen wird.

Typische Situationen ​

Ein kontextender Umgang mit Komplexität ist zielführend zum Beispiel:

  • wenn viele Themen gleichzeitig wirksam sind
  • wenn Entscheidungen weitreichende Auswirkungen haben
  • wenn Dynamiken schwer greifbar sind
  • wenn einfache Antworten nicht ausreichen
  • wenn bisherige Lösungsversuche keinen Grip mehr erzeugen.

Haltung gegenüber Komplexität

Kontexten bedeutet, Komplexität nicht zu vermeiden oder zu vereinfachen.

Es bedeutet, sie anzuerkennen und so zu gestalten, dass sie handhabbar wird.

VIELES WIRKT GLEICHZEITIG

Anforderungen, Erwartungen, Zeitdruck und unterschiedliche Perspektiven. Es ist unklar, wo angesetzt werden soll.

Kontexten macht sichtbar, wie diese Faktoren zusammenhängen – und bringt sie in eine Form, die Orientierung und Handeln ermöglicht.

Richtung

Auch im Umgang mit Komplexität gilt: 

Eigenwohl und Gemeinwohl gleichermaßen.

Diese Richtung ermöglicht Orientierung – auch dann, wenn nicht alle Faktoren vollständig bekannt sind, dient sie als Leitplanke um in komplexen Situationen weiterzukommen.

Übergang

Kontexten eröffnet neue Wege im Umgang mit komplexen Situationen.
Wer diese Fähigkeit vertiefen möchte, kann sie gezielt weiterentwickeln.

„Wenn Systeme in Struktur und Dynamik komplex sind, dann kann man sie nicht wie triviale Systeme behandeln, ohne ihnen Gewalt anzutun.“
Strunk G., Schiepek, G. (2014)