Eigenwohl und Gemeinwohl gleichermaßen
Das eigene Wohl
Eigenwohl ist das Wohl des einen Menschen, der es im Fokus hat. Was Inhalt des Eigenwohls ist, bestimmt die eine Person für sich selber.
Das Wohl der Gesellschaft
Gemeinwohl hat mit der Gesellschaft zu tun, es ist das Wohl aller. Dieses Wohl aller könnte man – um es rational fassen zu können – im Aufbau sich summierender Schichten betrachten, ähnlich einem Zwiebelschalenmodell.
WORUM GEHT’S?
Der eine Mensch braucht den anderen.
Der Mensch muss, um sein Leben zu führen, auf sein eigenes Wohl achten.
Er muss Dinge tun, die ihn nähren. Essen, trinken, Musik hören, berühren, berührt werden und er muss versorgt werden.
Der eine Mensch ist untrennbar mit dem anderen Menschen verbunden. Denn woher bekommt der eine Mensch das Essen, das Trinken, die Musik, die Berührung und wer versorgt ihn als Säugling oder in Notlagen?
Geht es dem einen Menschen schlecht, hat das früher oder später belastende und leidvolle Auswirkungen auf den anderen Menschen.
Gelingt es mir im Moment zum Eigenwohl und zum Gemeinwohl gleichermaßen zu handeln, so sorge ich damit für sozialen und existenziellen Frieden in mir und damit auch im Anderen.
ICH UND DER ANDERE
Gemeinwohl beginnt dort, wo Menschen einander begegnen.
Ich und ein weiterer Mensch bilden bereits einen gemeinsamen Kontext. In dieser Verbindung entsteht ein Raum, in dem sowohl das eigene Wohl als auch das Wohl des Anderen Bedeutung erhält.
So entfaltet sich Schritt für Schritt ein größeres Ganzes.
Gemeinwohl ist kein abstraktes Ideal. Es ist ein fortlaufender, dynamisch-agiler Prozess, in dem Menschen ihr Eigenwohl wahrnehmen, ihre Verbundenheit erleben und gemeinsam tragfähige Lösungen gestalten.
Eigenwohl
Eigenwohl ist das Wohl eines einzelnen Menschen.
Jeder Mensch spürt selbst, was ihm Orientierung, Kraft, Gesundheit, Sicherheit und Sinn vermittelt. Das Erleben und Empfinden von Eigenwohl ist möglich, wenn ein Mensch mit sich selbst verbunden ist und seine Bedürfnisse, Werte und Möglichkeiten erkennt.
Gemeinwohl
Gemeinwohl ist das Wohl aller Menschen, die miteinander verbunden sind.
Es entsteht, wenn Entscheidungen und Handlungen sowohl dem Einzelnen als auch dem größeren Ganzen dienen.
Wohl sein als verbindende Kraft
Der Mensch ist ein autonomes und zugleich soziales Wesen. Er gestaltet sein Leben in Beziehung zu anderen Menschen, zu Organisationen, zur Gesellschaft und zur natürlichen Umwelt. Was im Inneren an Klarheit, Wohlwollen und Orientierung entsteht, wirkt nach außen. Was im Außen gestaltet wird, beeinflusst wiederum das innere Erleben.
Diese wechselseitige Beziehung fußt auf dem Phänomen der fraktalen Kongruenz und bildet die Grundlage für nachhaltige Entwicklung.
VOM EINZELNEN ZUR WELT
Gemeinwohl kann als wachsender Zusammenhang betrachtet werden.
Im Zentrum ist der einzelne Mensch.
Von dort aus erweitern sich die Kreise:
Ich
Ich und Du
Familie
Freundeskreis
Nachbarschaft
Arbeitsplatz und Organisation
Gemeinde und Stadt
Region und Land
Kontinent
Erde
Jeder dieser Kreise beeinflusst die anderen. Entscheidungen im Kleinen entfalten Wirkung im Größeren.
Kontexten unterstützt als Kulturtechnik dabei, diese Ebenen miteinander zu verbinden.
EINFLUSS NEHMEN
Von der Ohnmacht zur Wirksamkeit
Wer sich ausschließlich mit persönlichen Herausforderungen beschäftigt, erlebt mitunter Enge.
Wer sich vor allem mit gesellschaftlichen Themen beschäftigt, erkennt häufig große Zusammenhänge.
Sobald beide Perspektiven verbunden werden, entsteht ein kraftvoller Zugang:
Die eigenen Anliegen werden klarer.
Die Bedeutung für andere wird sichtbar.
Handlungsmöglichkeiten werden konkret.
Wirksamkeit wird erlebbar.
So wird aus dem Gefühl begrenzter Einflussmöglichkeiten eine Orientierung für stimmiges Handeln, das dem Ganzen dient.
Wo Eigenwohl und Gemeinwohl wirksam werden
Die Perspektive von Eigenwohl und Gemeinwohl gleichermaßen unterstützt unter anderem:
- persönliche Entwicklung
- Partnerschaft und Familie
- Bildung
- Gesundheit
- Unternehmen und Organisationen
- Gemeinden und Regionen
- gesellschaftliche Innovation
- Nachhaltigkeit und Energiewende
Gemeinwohl entsteht dort, wo Menschen sich selbst wahrnehmen, ihre Verbundenheit erkennen und bewusst handeln.
Eigenwohl und Gemeinwohl gleichermaßen gibt Orientierung für Entscheidungen, die dem Leben dienen.
Die Kulturtechnik Kontexten unterstützt dabei, diesen Weg strukturiert, nachvollziehbar und wirksam zu gestalten.

